1’665
Analysierte Lose
2 Häuser, letzte 2 Saisons
85.7%*
Zuschlagsquote, letzte Saison
70.9% Saison davor
CHF 40.8 Mio.
Verkaufter Gesamtwert, letzte Saison
CHF 18.2 Mio. Saison davor
CHF 11’250
Median-Loswert, letzte Saison
CHF 8’750 Saison davor
1.33×
Median Zuschlag / Schätzmitte
1.25× Saison davor
11.4%
Frauenanteil an Losen
gepoolt, beide Saisons
* teilweise auf rekonstruierten Daten basierend – siehe Methodik, Schritt 02
Analyse 1
Zuschlagsquote: 70.9% auf 85.7%
Basiert auf den jeweils zwei letzten Saisons je Haus. Zwei Beobachtungspunkte zeigen die Veränderung zwischen diesen beiden Sales, nicht zwingend einen fortlaufenden Trend.
Zuschlagsquote = verkaufte Lose ÷ angebotene Lose, gepoolt über beide Häuser. «Saison 2025» und «Saison 2026» bezeichnen die jeweils letzten zwei Verkaufstermine je Haus, nicht Kalenderjahre. Details dazu im Methodik-Abschnitt unten. Für eine Kategorie eines Hauses (Saison 2025) veröffentlicht die Quelle nur verkaufte Lose; die Zahl nicht verkaufter Lose wurde für diese Analyse aus dem Vorverkaufskatalog rekonstruiert.
Zuschlagsquote nach Saison
Median Zuschlag / Schätzmitte
Analyse 2
Verkaufswert verschob sich stärker ins obere Preissegment als die Losanzahl
Basiert auf den jeweils zwei letzten Saisons je Haus. Zwei Beobachtungspunkte zeigen die Veränderung zwischen diesen beiden Sales, nicht zwingend einen fortlaufenden Trend.
Verteilung der verkauften Lose nach Preisband (CHF, inkl. Aufgeld), gezeigt sowohl nach Losanzahl als auch nach Verkaufswert. Die beiden Sichtweisen ergeben ein deutlich unterschiedliches Bild. Dazu die Position der Zuschläge relativ zur Schätzung sowie die Zuschlagsquote je Preisband.
Verkaufte Lose nach Preisband (Anzahl)
Verkaufte Lose nach Preisband (Wert)
Zuschlag relativ zur Schätzung
Zuschlagsquote nach Preisband
Preisband nach Losanzahl vs. nach Wert: CHF 100’000+ wuchs von 5.9% auf 9.0% der Lose, aber von 48.8% auf 74.7% des gesamten Verkaufswerts. Die Wertkonzentration ist damit deutlich stärker als die reine Losanzahl vermuten lässt.
Analyse 3
Frauenanteil: Schweiz vs. globaler Sekundärmarkt
Frauenanteil an den Losen der beiden analysierten Häuser (Sekundärmarkt/Auktionen), gegenübergestellt dem weltweiten Frauenanteil an Auktionsdatensätzen (18.3%), wie er in einer 2026 in Nature Communications erschienenen Studie zu 125’682 Auktionsdatensätzen ausgewiesen wird (Wang, Gates, Resch & Barabási, 2026). Beide Werte stammen aus demselben Marktsegment – Sekundärmarkt/Auktionen –, unterscheiden sich aber im geografischen Massstab (zwei Schweizer Häuser vs. weltweit) und sind als Grössenordnung zu lesen, nicht als direkter Vergleich. Zudem misst die Studie in erster Linie den institutionellen Zugang lebender, aktiver Künstler:innen zum Auktionsmarkt; ein Teil des hier ausgewerteten Bestands stammt aus historisch gewachsenen Sammlungen mit teils verstorbenen Künstler:innen, deren Zusammensetzung nicht demselben Mechanismus unterliegt.
Frauenanteil: Auktionen Koller & Artcurial BBW (diese Analyse) vs. globaler Sekundärmarkt (Wang et al., Nature Communications 2026)
Auktionen Koller & Artcurial BBW (diese Analyse)
Globaler Sekundärmarkt – Auktionsdatensätze (Wang et al., Nature Communications 2026)
Analyse 4
Verkaufter Gesamtwert stieg deutlich stärker als das unverkaufte Angebot
Basiert auf den jeweils zwei letzten Saisons je Haus. Zwei Beobachtungspunkte zeigen die Veränderung zwischen diesen beiden Sales, nicht zwingend einen fortlaufenden Trend.
Gesamter Verkaufswert (CHF, inkl. Aufgeld) sowie das ungenutzte Schätzvolumen nicht verkaufter Lose, ein grober Indikator für das Mass an Angebot, das der Markt aktuell nicht aufnimmt. Letzteres schliesst die rekonstruierte Artcurial BBW-Kategorie aus (siehe Methodik), da dort keine Einzel-Schätzwerte für nicht verkaufte Lose vorliegen.
Verkaufter Gesamtwert (CHF)
Schätzwert nicht verkaufter Lose (CHF)
Der verkaufte Gesamtwert stieg um rund 125%, während der geschätzte Wert nicht verkaufter Lose nahezu unverändert blieb (CHF 3.96 Mio. → CHF 3.99 Mio.). Der Markt absorbierte deutlich mehr Wert, ohne dass gleichzeitig mehr Angebot unverkauft blieb.
Zur Einordnung: Der weltweite Auktionsmarkt (öffentliche und private Verkäufe) wuchs 2025 um 6% auf USD 24.8 Mrd., nach zwei rückläufigen Jahren (Art Basel & UBS Global Art Market Report 2026). Der gepoolte Verkaufswert der beiden hier analysierten Häuser (CHF 40.8 Mio., letzte Saison) liegt rund drei Grössenordnungen unter diesem weltweiten Volumen; das oben beschriebene lokale Wachstum ist vor diesem allgemeinen Erholungstrend zu lesen, nicht als direkt vergleichbare Grösse.
Analyse 5
Gleiche Kategorie, zwei Zeitpunkte
Kategorien, die bei einem Haus unter exakt demselben Namen in beiden Saisons geführt werden, lassen sich direkt über die Zeit verfolgen, ohne die Unschärfe, die beim Poolen unterschiedlich benannter Kategorien entsteht. Dies zeigt die Entwicklung innerhalb jedes Hauses für sich, nicht einen Vergleich zwischen den beiden Häusern.
Koller Auktionen — vier Kategorien, beide Saisons
Zuschlagsquote nach Kategorie
Verkaufter Wert nach Kategorie (CHF)
Artcurial Beurret Bailly Widmer — zwei Kategorien, beide Saisons
Modern & Contemporary Art Online Only — Zuschlagsquote
Modern & Contemporary Art Online Only — Wert (CHF)
Moderne & Zeitgenössische Kunst — Zuschlagsquote (rekonstruiert)
Moderne & Zeitgenössische Kunst — Wert verkaufter Lose (CHF)
Für «Moderne & Zeitgenössische Kunst» bei Artcurial BBW veröffentlicht die Quelle nur verkaufte Lose; die Zuschlagsquote wurde für beide Saisons aus dem jeweiligen Vorverkaufskatalog rekonstruiert (Abdeckung 96% bzw. 98%, siehe Methodik-Schritt 02) und ist daher als untere Schätzung zu verstehen, nicht als exakter Wert.
Analyse 6
Meistvertretene Künstler:innen
Je zehn Künstler:innen mit den meisten Losen, Schweizer und internationale getrennt, gepoolt über beide Häuser und beide Saisons, gereiht nach Losanzahl, nicht nach Verkaufswert. Dies spiegelt das Konsignationsmuster dieser beiden Häuser in diesem Zeitraum wider, keine Aussage über die allgemeine Marktstellung der genannten Künstler:innen. Die Zuordnung folgt der gängigen kunsthistorischen Einordnung; bei einigen Namen mit doppelter Herkunft (z.B. in Deutschland geboren, in der Schweiz wirkend) ist dies eine Vereinfachung. Die beiden Namen mit Punktmarkierung sind die einzigen Frauen in diesen beiden Listen, vgl. Analyse 3.
Schweizer Künstler:innen (Top 10)
Internationale Künstler:innen (Top 10)
Zusammen 151 (Schweiz) bzw. 175 (international) von 1’580 Losen. Zwei Namen mit vergleichbarer Losanzahl (Guy Corriero, Clara Porges) wurden mangels gesicherter Zuordnung nicht berücksichtigt.
Einordnung
Drei Beobachtungen
Gepoolte Betrachtung
1’665 Lose
Diese Seite vergleicht nicht die beiden Auktionshäuser miteinander, sondern bildet ihre gemeinsame Marktentwicklung ab. Zahlen je Haus werden hier bewusst nicht einander gegenübergestellt.
Wertkonzentration am oberen Ende
48.8% → 74.7%
Anteil der Lose über CHF 100’000 am gesamten Verkaufswert, 2025 gegenüber 2026. Nach Losanzahl war der Anstieg mit 5.9% auf 9.0% deutlich moderater. Wert und Volumen zeichnen hier ein unterschiedliches Bild.
Sekundärmarkt: Schweiz vs. global
11.4% vs. 18.3%
Der Frauenanteil an den Losen der beiden analysierten Häuser liegt unter dem weltweiten Frauenanteil an Auktionsdatensätzen (18.3%, Wang et al. 2026) – beide Zahlen stammen aus demselben Marktsegment (Sekundärmarkt), aber unterschiedlichem geografischem Massstab.
Methodik
Datengrundlage & Prüfschritte
Drei Prüfschritte, die in die Zahlen auf dieser Seite eingeflossen sind, offengelegt, damit die Methodik nachvollziehbar bleibt.
01 - Saisonale Vergleichsbasis
Nicht dasselbe Kalenderjahr
Bei Koller Auktionen entspricht «Saison 2025» der Auktion vom 28. November 2025 (A215) und «Saison 2026» der Auktion vom 26. Juni 2026 (A217), ein Abstand von rund sieben Monaten. Bei Artcurial Beurret Bailly Widmer (Artcurial BBW) finden beide Saisons jeweils im Juni statt, zeitlich rund um die Art Basel. Der gepoolte Vergleich mischt damit teilweise unterschiedliche Zeitpunkte im Auktionskalender.
02 - Artcurial BBW-Katalogabgleich
Rekonstruierte Zuschlagsquote
Für die Artcurial BBW-Kategorie «Moderne & Zeitgenössische Kunst» weist die öffentliche Ergebnisliste in beiden Saisons nur verkaufte Lose aus. Die Zuschlagsquote wurde daher für beide Saisons aus dem jeweiligen Vorverkaufskatalog rekonstruiert und gegen die publizierten Ergebnisse abgeglichen (Abdeckung 96% bzw. 98%) : 2025 ≥65.1%, 2026 ≥71.4%, jeweils als untere Schätzung zu verstehen.
03 - Geschlechtszuordnung, doppelt geprüft
Zwei unabhängige Methoden, volle Übereinstimmung
Die Geschlechtszuordnung der Künstler:innen erfolgte auf Basis kunsthistorischen Wissens für 1’573 von 1’575 individuell zuordenbaren Losen (99.9%) und wurde zusätzlich gegen eine unabhängige Wikidata-Abfrage geprüft. Bei allen 592 überschneidenden Namen bestand vollständige Übereinstimmung. Zwei Namen blieben unklassifiziert.
Hinweis zur Datengrundlage Diese Analyse wertet öffentlich publizierte Ergebnislisten und Vorverkaufskataloge von Koller Auktionen und Artcurial Beurret Bailly Widmer (Artcurial BBW) aus, aggregiert über beide Häuser hinweg. Einzellose werden nicht dargestellt oder verglichen. Die Darstellung dient der Beobachtung der Marktentwicklung, nicht einer Bewertung der beiden Häuser gegeneinander. Details zur Saisondefinition, zur Artcurial BBW-Rekonstruktion und zur Geschlechtszuordnung siehe die drei Prüfschritte oben. Der Vergleichswert zum weltweiten Sekundärmarkt (18.3% Frauenanteil an Auktionsdatensätzen) stammt aus einer 2026 in Nature Communications erschienenen Studie zu 125’682 Auktionsdatensätzen weltweit (Wang, Gates, Resch & Barabási, 2026) und bezieht sich auf ein anderes, weltweites Marktsegment (globaler Sekundärmarkt statt zwei Schweizer Häuser). Die Studie misst zudem in erster Linie den institutionellen Zugang lebender, aktiver Künstler:innen zum Auktionsmarkt; ein Teil des hier ausgewerteten Bestands stammt aus historisch gewachsenen Sammlungen, deren Zusammensetzung nicht demselben Mechanismus folgt. Die Gegenüberstellung ist illustrativ. Für aktuelle, autoritative Auktionsergebnisse wird auf die Websites der beiden Häuser verwiesen.
Fragen zu dieser Auswertung oder zur Datensituation Ihrer Institution? Mehr über jeunet.ch